GRIT
  Mit Begeisterung und Ausdauer ans Ziel

GRIT als Erfolgsfaktor

Was macht Menschen erfolgreich?  - Ihre Intelligenz? - Angeborenes Talent? – Glückliche Umstände und Zufälle des Lebens? – oder …?
Erfolg ist kein Glück und kein Zufall. Die Früchte fallen nicht einfach vom Himmel. Die einen haben mehr Talent, die anderen weniger. Entscheidend ist aber, was jeder daraus macht. Der Einsatz zählt. Nur wer kontinuierlich an etwas arbeitet, wird seine Kompetenzen entwickeln. Denn Können entwickelt sich durch beharrliches Tun. Und nur, wer seine Kompetenzen beharrlich einsetzt, wird langfristig Erfolg haben. 
Damit man ausdauernd an einer Sache dranbleibt, muss allerdings noch etwas dazu kommen: Begeisterung, Leidenschaft – oder schlichter: Interesse für die Sache. Die Botschaft lautet: Arbeite an etwas, was dir wirklich etwas bedeutet. Nur wer sich immer wieder sein höchstes Ziel vergegenwärtigt, widmet sich täglich den kleinen Dingen und mühseligen Schritten dorthin. Dabei ist zu bedenken: das tagtägliche Arbeiten und Ausprobieren birgt Überraschungsmomente in sich. Auch das kann das Interesse steigern und die Begeisterung entfachen. Das Runner´s High kommt nicht auf dem ersten Kilometer, auch nicht der Großauftrag eines Neukunden nach dem ersten Meeting,
Wer also nicht mit überschüssigem Glück und Talent gesegnet ist, hat keinen Grund zu verzagen. Denn GRIT hat sich als wichtiger Erfolgsfaktor erwiesen – die Kombination von Begeisterung und Ausdauer. Dies belegen die Arbeiten und Forschungen von Angela Duckworth zum GRIT-Modell. Viele Belege für die Wirksamkeit des GRIT-Modells finden sich in zahllosen Biografien und Karrieren „ganz normaler" Menschen. Es muss also kein Drama sein, wenn die Überflieger oder High Potentials nicht vom Himmel fallen.

GRIT aufbauen - von innen wachsen lassen

Entscheidend für den Aufbau von GRIT sind vier Faktoren: Interesse, Übung, Zweckbestimmtheit und Zuversicht.

Interesse:
Hier geht es um kein hohles Gerede von Begeisterung oder die euphorische Anfangsbegeisterung, die schnell verpufft. Im Gegenteil: Interesse für eine Sache entwickelt man oft erst, wenn man eine Weile dabeigeblieben ist. Seine Interessen entdeckt man nicht durch eine Innenschau, sondern nur durch Tun – Ausprobieren, Experimentieren. Interessen entwickeln sich in einem bestärkenden Umfeld. Feedback und Erfolgserlebnisse sind wichtig. Dabei geht es nicht um das einzig Wahre, was man in seinem Leben machen möchte. Es reicht die grobe Richtung. Die dem Tun Orientierung bietet. Hilfreich sind dabei auch diese Fragen: Wohin gehen meine Gedanken immer wieder? Womit verbringe ich gern meine Zeit? Was finde ich unerträglich? Und dann gilt es: ausprobieren.

Übung:
Wer kennt es nicht: Die Lust ist groß – doch dann kommt der Frust. Der Grund ist meist: man will zu schnell zu viel. Die eigenen Erwartungen und konkreten Anforderungen übersteigen  - noch - die eigenen Fähigkeiten. Doch ist die Erkenntnis der bewussten Inkompetenz („Ich kann´s noch nicht!") wichtig für den bewussten und gezielten Aufbau von neuen Fähigkeiten. Die Leitfrage heißt: „Wie schaff ich das?" Und: „Was muss ich konkret tun?".
Bewusstes Lernen und systematisches Üben verlangen Konzentration, Einsatz und regelmäßiges Feedback. Dies gilt es zu einer neuen Routine zu entwickeln: Tun – Feedback – Verbessern … Tun – Feedback – Verbessern. Ein stoisches Dranbleiben ist angesagt: geduldig weitermachen. Hier hilft das Interesse. Andererseits kann sich gerade auch durch stures Weitermachen und Probieren das Interesse vertiefen. Es zeigen sich Aha-Effekte und Erfolgserlebnisse. Das ist dann der Lohn für die Selbstüberwindung und Willensanstrengung – ohne geht es nicht. Doch dann geht es leichter. Das Niveau der eigenen Kompetenz steigt. Neue Routinen greifen. Man wechselt vom Stadium der bewussten Kompetenz in das Stadium der unbewussten Kompetenz. Damit einher gehen meist auch Flow-Erlebnisse. Versinken in der Tätigkeit und Glücksgefühle beim Tun wiederum lassen einen weitermachen und beflügeln zu weiteren „Experimenten".

Sinn und Zweck:
„Wozu das alles?" – Irgendwann schießt einem die Sinnfrage in den Kopf. Und je nachdem wie die Antwort ausfällt, schwindet oder steigt die Energie für das tagtägliche Tun. Es macht eben einen Unterschied, ob ich Steine klopfe, meine Familie ernähre oder eine Kathedrale baue. Um den Sinn für das eigene Tun zu ergründen, helfen „große" Fragen wie „Welchen positiven Beitrag leistet meine tagtägliche Arbeit für eine bessere Gesellschaft/eine gesündere Umwelt/ein faires Miteinander …". Oder man fragt sich: „Wie kann ich meine Arbeit in kleinen Schritten in eine bessere Übereinstimmung mit meinen inneren Werten bringen?" Wem z.B. Selbstverantwortung  und Leistungsgerechtigkeit wichtig ist, der wird im Alltag eher werteorientiert handeln – auch wenn er Widerstände erlebt. „Leitsterne" helfen, auch in schwierigen Zeiten und bei zeitweiligen Selbstzweifeln auf Kurs zu bleiben. Hilfreich sind auch Vorbilder – Menschen, die durch ihr Tun einen selbst inspirieren und ermutigen, am Ball zu bleiben.

Zuversicht:
Egal was bisher gewesen ist: die Zukunft ist offen und unsicher. Es kann immer anders kommen als erwartet. Und wenn anders subjektiv schlechter bedeuten kann – weil eben materielle Verluste und immaterielle Einbußen eintreten können – dann hilft ein statisches Selbstbild („Ich bin wie ich bin") nicht weiter. 
Das Selbstbild sollte „wetterfest" sein. Es sollte offen für die Sonne hinterm Horizont sein, auch wenn es jetzt erst mal kracht.  Diese Zuversicht braucht ein dynamisches, kein statisches Selbstbild. Ein dynamisches Selbstbild entwickelt man zum einen, indem man in seiner Biografie mit dieser Frage schürft: „Über welche schmerzhafte Erfahrung bin ich aus eigener Kraft hinweggekommen?" Dann kann man weiter fragen: „Wie hat sich dadurch die Sicht auf mich selbst und die Welt verändert?" – „Was habe ich gewonnen?"  - „Wie hat sich mein Handeln verändert?"
Der biografische Blick kann helfen, ein persönliches „Ermutigungsprogramm" für die Zukunft zu entwickeln. Resilienz, diese viel beschworene flexible Widerstandsfähigkeit entwickelt sich ja gerade in der Bewältigung von Schwierigkeiten. Verhindern lassen sich Herausforderungen und Krisen sowieso nicht. Es zählt, diese optimistisch anzunehmen. Mutig machen: sich selbst ermutigen und dann mutig handeln.

GRIT aufbauen  - von außen nach innen 

Wie bereits stellenweise angeklungen, braucht die Entwicklung von GRIT ein wertschätzendes, förderndes und auch forderndes Umfeld. So müssen Mitarbeiter ermutigt und unterstützt werden, ihre Wohlfühlzone auszuloten und ihre Stretch-Zone zu testen. Die Stretch-Zone fängt an, wo man über Routinen und Gewohnheiten hinausgeht, sich erprobt, auch wenn es anstrengt. Mitarbeiter sollten angeregt werden, ihre Interessen auszuloten und neue Aufgaben zu übernehmen. So könnte jeder Mitarbeiter sich selbst eine „harte Nuss" auswählen. Das wäre z.B. ein Projekt, das ihn reizt, das wichtig ist, doch auch stark fordert. Spaß, Sinn und Anstrengung sollten dabei Hand in Hand gehen. Der Zeithorizont sollte dabei ein bis zwei Jahre betragen. Denn diese Zeit ist oft nötig, damit sich Lerneffekte und Erfolgserlebnisse ergeben. Wem diese Zeit sehr lange erscheint, der sollte einmal zurückschauen, dann wird einem bewusst, wie schnell die Zeit verfliegt.

Fazit – Praxis-Tipps

Tipps für Selbstentwickler:
  • Folge Deinen Interessen und probiere Dich aus
  • Finde ein Thema, das Dich packt – zumindest mehr als andere
  • Entscheide Dich
  • Dann widme Dich dieser Herausforderung
  • Bleib dran, auch wenn es schwierig wird
  • Gib Dir ein Jahr – oder mehr Zeit
  • Suche die Gemeinschaft Gleichgesinnter
  • Mach Dir in den Alltagsmühen immer wieder Dein Wozu – Deinen Leitstern – bewusst
  • Wandle die Pflicht in Deine Kür
  • Übe Dich in Zuversicht: erkenne Fortschritte, sammle kleine Erfolge ein
  • Tun – Feedback – Verbessern
  • Bleib im Kontakt mit anderen und tausch Dich regelmäßig aus
  • Dann zieh Bilanz
Tipps für Vormacher, Vorbilder, Führungskräfte:
  • Setze die Tipps für Selbstentwickler in Deiner eigenen Praxis um
  • Lebe vor, was Du erwartest
  • Fordere die Mitarbeiter auf, ihre Interessen zu formulieren
  • Ergründe die Fähigkeiten der Mitarbeiter
  • Vereinbare konkrete Projekte, die im Interesse der Mitarbeiter liegen
  • Lote deren Fähigkeits- und Leistungsgrenzen aus
  • Nehme Missgeschicke, „Fehler" als Erkenntnisse auf
  • Übe Dich in Fehlertoleranz und Zuversicht
  • Führe regelmäßig Feedback-Gespräche
  • Bestärke oder korrigiere
  • Bleib geduldig
  • Zieh Bilanz


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