Potenziale für die VUKA-Welt
  Entscheidende Potenzialfaktoren für eine komplexe Welt und unsichere Zukunft

Die Welt ist vuka

Vuka? Das klingt für manche Ohren wie: aus den Fugen geraten, verrückt geworden –  gaga. Was  nicht ganz abwegig ist, wenn man Plan- und Berechenbarkeit schätzt. Doch stabile Rahmenbedingungen  für unser Handeln und zuverlässige Prognosen für die Zukunft gibt es nicht (mehr). Die Welt ist vuka - volatil, unsicher, komplex, ambivalent.

Volatil: Alles befindet sich in ständiger Veränderung, nichts bleibt wie es ist. Vieles ist flüchtig, alles bleibt in Bewegung. Selbst Veränderungen an sich verändern ihre Dynamik oder Geschwindigkeit.
Unsicher: Nichts ist mehr vorhersehbar. Verlässliche Prognosen werden unmöglich. Die Zukunft ist ungewiss.
Komplex: Unsere Gesellschaft hat einen Grad an Komplexität erreicht, die für den Einzelnen nicht mehr zu erfassen ist. Die Folgen einer Handlung werden immer schwerer abzuschätzen, weil die Abhängigkeiten zwischen den unterschiedlichsten Faktoren immer mehr und immer dichter werden.
Ambivalent: Unsere Welt bietet heute mehr Möglichkeiten denn je. Es gibt keine eindeutigen Wahrheiten mehr. Schwarz-weiß-Schemata reichen nicht aus. Es ist ungleich schwieriger, in Grautönen zu denken und mit Mehrdeutigkeiten umzugehen.

Die zentrale Herausforderung in der VUKA-Welt lautet, handlungsfähig zu bleiben – sich nicht lähmen zu lassen vor lauter Unübersichtlichkeit, Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit. Zukunftsfähig sind Menschen und Unternehmen, die diese Herausforderungen meistern können.


Potenziale für die VUKA-Welt


Die Ausgangsfrage heißt: Was macht Menschen und Organisationen fit für die VUKA-Welt? Oder anders gefragt: Welche Potenzialfaktoren müssen Mitarbeiter, Führungskräfte, Unternehmen aktivieren, um die Zukunft in einer dynamischen, unsicheren und komplexen Welt zu gestalten?

Dazu  liegen eine Reihe theoretischer und empirischer Arbeiten zur Potenzialdiagnostik und -entwicklung in einer dynamischen und komplexen Welt vor. Zu nennen sind hier die Erkenntnisse dieser Wissenschaftler und Autoren: Prof. Dr. Heike Bruch, Universität St. Gallen (Willenskraft, Fokus, Umsetzungskompetenzen); Prof. Dr. Stephan Fischer, Hochschule Pforzheim, (Potenzialmanagement in komplexen Unternehmen); Prof. Dr. Carsten Steinert, Hochschule Osnabrück (Talentmanagement und Potenzialentwicklung); Prof. Dr. Waldemar Pelz, THM Business School (empirische Studie zu Volition und Willenskraft, Umsetzungskompetenzen). Erkenntnisreich sind ebenso biografische Analysen und die Auswertung konkreter Change-Projekte in Unternehmen.


Persönliche Potenzialfaktoren


Schauen wir zunächst auf den Menschen. Was kennzeichnet den erfolgreichen Akteur in der VUKA-Welt? Als wesentlich lassen sich diese persönlichen Potenzialfaktoren herausschälen: emotionale Stabilität, Ambiguitätstoleranz, Selbstwirksamkeit, Veränderungskompetenz, Leistungswille und Umsetzungsstärke, soziale Einflussnahme sowie Komplexitätsverarbeitungsfähigkeit.

Emotionale Stabilität
Gefragt ist die Fähigkeit, Stimmungen und Gefühle regulieren und ausgeglichen in Belastungssituationen reagieren zu können. Das persönliche Emotionsmanagement ist wesentlich für einen klaren Kopf.

Ambiguitätstoleranz
Es gilt, widersprüchliche und mehrdeutige Situationen auszuhalten und produktiv zu bewältigen. Das bedeutet  z.B., auf eine vorschnelle Entweder-Oder-Entscheidung zu verzichten, auch wenn die  Handlungsoptionen zunächst verwirren.

Selbstwirksamkeit
In der VUKA-Welt braucht der Mensch die Überzeugung, Schwierigkeiten aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können.

Veränderungskompetenz
Gemeint ist die Fähigkeit und Bereitschaft, neue Situationen anzunehmen, aus Erfahrungen zu lernen sowie Veränderung und Erneuerung aktiv zu gestalten. Die Veränderungskompetenz hat übrigens weniger mit dem kalendarischen Alter zu tun, sondern mehr mit der Lernbiografie.

Leistungswille und Umsetzungsstärke
Gefordert ist die Fähigkeit des Menschen, durch seine Willenskraft (Volition) gesteckte Ziele in Ergebnisse umzuwandeln. Dabei geht es darum, sich immer wieder selbst zu überwinden.

Soziale Einflussnahme
Bei der Fähigkeit, in einer sozialen Situation auf das Denken und Handeln anderen Menschen Einfluss nehmen zu können,  geht es darum: die Akzeptanz und Gefolgschaft anderer Menschen zu finden und als natürliche Autorität anerkannt zu werden.

Komplexitätsverarbeitungsfähigkeit
Grundlegend ist Fähigkeit, eine Situation zu erkennen und zu bewältigen, in der eine Vielzahl von Faktoren zusammen wirken. Entscheidend ist dabei, Wechselwirkungen zu berücksichtigen.

Auch wenn diese Kompetenzen im Verhalten mancher Menschen weniger zum Ausdruck kommen sollten, können sie dennoch im Verborgenen schlummern. Denn Potenziale beschreiben Möglichkeiten. Ob diese aktiviert werden, hängt von den Anforderungen der VUKA-Welt wie auch von unterstützenden Rahmenbedingungen ab.


Situative Potenzialfaktoren


Der Mensch braucht die passenden situativen Rahmenbedingungen, um seine persönlichen Potenziale aktivieren zu können. Ein forderndes und förderndes Umfeld ist elementar. Hier spielen die Organisation und die Führung eine entscheidende Rolle. Diese situativen Potenzialfaktoren sind wesentlich: Herausforderungen, Fehlertoleranz, Reflexion und Feedback.

Herausforderungen und Grenzerfahrungen
Raus aus der Komfortzone – das ist das Gebot. Dazu braucht der Mensch herausfordernde Aufgaben und schwierige Projekte, die ihn auch mal an seine Grenze bringen. Doch dabei erhält er Unterstützung, wenn er sie braucht. Für die Entwicklung ist besonders hilfreich, wenn Mitarbeiter in Phasen der Stabilität immer wieder herausgefordert werden. Überlebenswichtig wird dies für Mitarbeiter wie auch für Führungskräfte, die bisher von den Herausforderungen der VUKA-Welt verschont geblieben sind. Krisen- oder Katastrophenübungen machen für den Ernstfall fit. Resilienz, die zunehmend beschworene Widerstandsfähigkeit, lernt man in der Krise. Um dies nicht dem Zufall zu überlassen, sollten herausfordernde Projekte und Aufgaben für jeden Mitarbeiter vereinbart und umgesetzt werden.

Fehlertoleranz
„Wer nicht auf die Nase fällt, kommt nie voran". Dieser Aussage von Woody Allen gemäß braucht der Mensch die Erfahrung, Fehler zu machen. Er braucht ein Arbeitsklima, in dem Fehler als Lernquelle gelten. Damit wird Scheitern als Chance zur Entwicklung gesehen. Das klingt fast zu einfach, um wahr werden zu können, wenn man die Führungssituation in vielen Unternehmen betrachtet. Doch Führung heißt in der VUKA-Welt eben auch, unter Unsicherheit zu entscheiden, die Mitarbeiter zu ermutigen und ihnen zu vertrauen. Nicht zu handeln oder auf Nummer Sicher zu gehen, ist keine Option bzw. eine Illusion. Gelebte Fehlertoleranz ist somit als Leitlinie in der Führungskultur zu verankern.

Reflexion und Feedback
Der Mensch lernt durch Tun sowie das Reflektieren seiner Denk- und Verhaltensweisen. Dazu braucht er das Feedback von anderen und den Austausch mit Vorgesetzten und Kollegen. Der Dreiklang „Tun-Feedback-Verbessern" gilt besonders, wenn es darum geht, den Umgang mit neuen Herausforderungen zu lernen und seine persönlichen Potenziale zu entfalten. Erfahrungslernen und Experimentieren bringen Menschen und Unternehmen in der VUKA-Welt weiter. Deshalb sollten Reflexionsrunden und Feedbackgespräche regelmäßig in den Arbeitsalltag integriert werden.


Potenzialdiagnose in der Praxis: VUKA-FIT - Potenzial Assessment

Um die genannten Potenzialfaktoren zu erfassen, haben wir ein Online-Verfahren entwickelt: VUKA-FIT Potenzial Assessment. Mit VUKA-FIT werden somit persönliche sowie situative bzw. organisationsspezifische Potenzialfaktoren bewertet. Denn persönliche Potenziale entfalten sich nicht unter allen Bedingungen gleichermaßen. Erst die passenden situativen Bedingungen aktivieren individuelle Potenziale.

Zur kombinierten Diagnose persönlicher und situativer Faktoren eröffnet VUKA-FIT die Möglichkeit, Selbst- und Fremdeinschätzungen zu vergleichen. Damit bietet VUKA-FIT eine solide Grundlage zur multiperspektivischen Potenzialeinschätzung – gerade mit Blick auf die Anforderungen in der VUKA-Welt.. Mit VUKA-FIT lassen sich auch Dialog- und Simulationsverfahren kombinieren. Schließlich können gezielte Maßnahmen zur Potenzialaktivierung auf der Person-, Führungs- und Organisationsebene initiiert werden.

Weitere Informationen zu VUKA-FIT mit Musterauswertungen und kostenfreiem Testzugang finden Sie hier.






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